Freitag, 20. Oktober 2017
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Impfen - Was macht da Sinn?

"Die Impfung ist ein wirkungsvoller medizinischer Eingriff, der sowohl Nutzen als auch Risiken für den Patienten birgt." Tierärztin Carin A. Smith (1995)

Viele der Erkrankungen, die unsere Haustiere bekommen können, sind sehr schwerwiegend, andere tödlich, so dass manche Impfungen notwendig und lebensrettend sind. Aber welche davon sind wirklich unerlässlich, und wie häufig sollten sie durchgeführt werden?

Hin und wieder werden Meldungen aus Tierarztkreisen veröffentlicht, in denen es heißt, dass die nachlassende Impfbereitschaft von TierhalterInnen zum erneuten Ausbruch von Tierseuchen führen könnte (vgl. BPT-Kongress 2006: Pressemeldung "Achtung Seuchengefahr" oder die "Tierhalterinformationen" der Ständigen Impfkommission Vet. 2008). ImpfkritikerInnen hingegen sorgen sich seit Jahren um die möglichen gesundheitlichen Folgen allzu häufiger Impfungen (vgl. Carin A. Smith: "Are We Vaccinating Too Much?" in: JAVMA, Vol. 207, No. 4, August 15, 1995, pp 421-425).

Viele TierhalterInnen sind daher verunsichert und fragen sich, welche Impfungen in welchen Zeitintervallen für Hund und Katze denn nun tatsächlich nötig sind.  Eine wichtige Empfehlung veröffentlichte 2008 die renommierte "Medizinische Kleintierklinik" der Ludwig-Maximilian-Universität München auf ihrer Internet-Seite:

"Jedes Tier sollte so viel nötig, aber so wenig wie möglich geimpft werden.(…) Impfungen werden daher individuell für jedes Tier ausgewählt und zusammengestellt."

Quelle: http://www.med.vetmed.uni-muenchen.de

Im folgenden Beitrag sind Informationen zum Thema Impfungen zusammengetragen; dennoch ist es unerlässlich, dass sich TierhalterInnen selbst in die Problematik einlesen, um sich ihre eigene Meinung bilden zu können.

Erstimpfung

Was den Zeitpunkt von Erstimpfungen angeht, so gibt es hier nach wie vor die traditionellen Schemata, die empfehlen, Welpen bereits mit 6 Wochen gegen bestimmte Erkrankungen impfen zu lassen.

 

 

Es gibt aber auch Bedenken gegen diese sehr frühen Impfungen. Da das Immunsystem des Welpen in den ersten drei Lebensmonaten durch die mütterlichen Antikörper, die er mit der Milch aufnimmt, geschützt ist und noch gar keine eigenen Antikörper entwickeln kann, sollten Impfungen nicht in dieser Phase erfolgen.

Die  Tierärztin Hamann erläutert dazu, dass es empfehlenswert ist, die Erstimpfung nicht vor der achten - besser noch - nicht vor der zehnten Lebenswoche durchführen zu lassen, wenn sich die Fähigkeit des Immunsystems des Welpen, selbst Antikörper gegen bestimmte Erreger zu bilden, entwickelt hat.

Man würde sonst in die natürliche Entwicklung des Immunsystems eingreifen, und es könne dann zu einer nicht angemessenen immunologischen Reaktion mit der möglichen Folge von Erkrankungen des Immunsystems kommen.

Quelle: http://www.heiltierarzt.de/hunde-impfen/neues-impfschema-hundewelpen-schutzimpfungen.htm
 
Mehrfachimpfstoffe

Mehrfachimpfstoffe bedeuten ein zusätzliches Risiko; denn in der Natur kommen Infektionen mit Krankheitserregern, die zur  Immunabwehr führen, entweder als Einzel- oder (eher seltener) als Doppelinfektion vor, abgesehen davon, dass Infektionen sich in der Regel oral abspielen, während Impfungen, die mit einer Spritze durchgeführt werden, nicht auf dem natürlichen Infektionsweg in das Tier gelangen. Bei Mehrfachimpfungen (es werden häufig bis zu 7 verschiedene Impfstoffe verabreicht!!!) stellt dies eine große Belastung für den Welpenorganismus dar (s. ebenda).

Impfintervalle

Erkenntnisse über eine wesentlich längere Immunitätsdauer von Haustierimpfungen, als es die noch bis 2006 in Deutschland empfohlenen Impfintervalle nahelegten, liegen schon seit Jahrzehnten vor, z. B. über Tollwut (vgl. Jaeger/Barth 1972, J. P. Soulebot et al. 1981 oder Eng/Fishbein 1990).

Aber erst das Bekanntwerden der in den USA schon seit geraumer Zeit üblichen längeren Impfintervalle (s. z. B. die "Guidelines für the Vaccination of Dogs and Cats"(2007) der World Small Animal Veterinary Association, der Prof. Horzinek als Chairman vorsitzt), hat in der deutschen "Impfszene" allmählich zu einem Umdenken geführt.

Wichtig:  Kranke Tiere sollten auf keinen Fall geimpft werden.

Bei Therapien mit bestimmten Medikamenten, z. B. Cortison, sollte ebenfalls nicht geimpft werden, da die Ausbildung einer ausreichenden Immunität bei Schutzimpfungen, die bis zu 8 Wochen vor Therapiebeginn erfolgt sind, beeinträchtigt werden kann (Ungemach 2003a; Plumb 2002).

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