Montag, 11. Dezember 2017
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Wenn es juckt
 
Juckreiz bei Tieren kann viele Ursachen haben. Er kann durch Hautparasiten, Allergien oder durch innere Erkrankungen hervorgerufen werden. Um herauszubekommen, um welche  Ursache es sich handelt, sollte diagnostisch - natürlich immer mit Hilfe des Tierarztes - vom Einfachen zum Komplizierten vorgegangen werden. Hier ist ein sehr anschauliches Schema, wie vorgegangen werden kann.
 
Flöhe
 
sind leicht nachzuweisen: Man stellt das Tier auf ein weißes Tuch und rubbelt an seinem Bauch oder an den Flanken. Dann schaut man, ob schwarze Pünktchen heruntergefallen sind.  Wenn ja, könnte das Flohkot sein, vor allem, wenn diese schwarzen Pünktchen leicht gekrümmt sind.


 
Wenn man dann diese Pünktchen mit etwas Wasser anfeuchtet und sie sich rot färben, ist das auf jeden Fall Flohkot, ein sicherer Hinweis auf die Besiedelung des Tieres mit Flöhen.
 
Die Flöhe selbst halten sich meistens direkt auf der Haut - versteckt im Fell des Tieres - auf und treten daher selten oder nur bei extrem starkem Befall in Erscheinung. Wenn man einen Floh sieht, kann man ihn meistens leicht zwischen zwei Finger packen und in ein Schälchen mit Seifenwasser geben. Dort wird er dann nicht mehr lange überleben.
 
Zur Bekämpfung reicht in der Regel ein Floh-Spot-On, das zweimal im Abstand von 4 Wochen aufgetragen werden muss. Aber Vorsicht bei einem Tier mit offenen Hautwunden oder mit sehr schlechtem Allgemeinzustand. Da muss auf jeden Fall abgewägt werden, ob eine Flohbehandlung mit Spot-On angemessen ist oder seinen Zustand eventuell sogar verschlimmert. Für solche Fälle empfiehlt sich eine orale Behandlung mit Flohpräparaten, die den Entwicklungszyklus der Flöhe unterbrechen wie z. B. Program.
 
Eine Flohspeichelallergie, die bei manchen Tieren durch den Flohbefall ausgelöst wird, kann allerdings mit einem systemischen Mittel nicht vermieden werden. In solchen Fällen ist ein Floh-"Killer", der direkt auf dem Tier wirkt, angezeigt. Vgl. auch hier:
 
http://www.hauttierarzt.de/lexikon/flohbissallergie
 
Bei Katzen müssen Spot-Ons mit besonderer Umsicht eingesetzt werden, da Katzen das Mittel durch Abschlecken des Fells oral aufnehmen können. Viele  lokal zu verabreichende Flohmittel stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Gewarnt wird z. B. immer wieder vor solchen Mitteln, die Permethrin oder Fibronil enthalten. Frontline und Stronghold sind vielen Erfahrungsberichten und Warnungen zufolge für Katzen besonders giftig, ebenso wie Neempräparate, die ätherisches Öl enthalten. Ätherische Öle sind generell unverträglich bis gefährlich für Katzen. Speziell zu Teebaumöl hier die bekannte Warnung von AHO:
 
http://www.animal-health-online.de/main/katzenkiller-teebaumol/
 
Speziell auf Hunde bezogen, findet ihr hier eine Auflistung der Wirkstoffe, die in Flohmitteln enthalten sind und als giftig gelten:
 
http://www.der-gruene-hund.de/gesundheit/floehe.htm
 
Gerade bei Flöhen ist es aber mit einem Spot-On alleine nicht getan, will man nicht ein paar Monate später wieder einen neuen Befall bekämpfen. und zu vernichten. 

Da der Lebenszyklus der Flöhe sehr komplex ist und die Flohlarven sich hartnäckig in Bodenritzen, Textilien und Teppichböden halten, sind Textilien bei  mindestens 60 Grad zu waschen und Möbel, Böden, Schlafstellen, Kofferraum, etc. mit einem Dampfreiniger abzudampfen, um die verschiedenen Flohstadien zu erwischen.

 

Milben
 
Es gibt eine ganze Reihe von Milbenarten, die bei Hunden und Katzen auftreten können. Eine Auflistung und gute Beschreibung verschiedener Milbenarten findet man hier:
 
http://www.hauttierarzt.de

Besonders eingehen möchte ich aber auf die Sarkoptesmilben (Räude), da sie bei Hunden recht häufig vorkommt und sehr schwer zu erkennen, aber gut zu behandeln ist. Sowohl der Gang zum Hundefriseur als auch zum Tierarzt kann bereits eine Ansteckung mit diesen Parasiten nach sich ziehen, aber auch ganz normale Hundebegegnungen. Die Milben sind hochansteckend und extrem Juckreiz auslösend.
 
Ein Befall mit Sarkoptes- oder Räudemilben ist außerdem relativ schwer nachzuweisen. Es bilden sich meistens kleine rötliche Erhebungen an den Stellen, wo die Milben aktiv waren; allerdings sind sie bei Autreten des Juckreizes an diesen Stellen dort dann bereits nicht mehr nachweisbar. Hier ist zu sehen, wie ein Befall sich darstellen kann:
 
http://www.hauttierarzt.de/lexikon/sarkoptesraeude
 
Auch Menschen und Katzen können befallen werden, sind aber nicht Wirt für diese Milbe. Eine Behandlung ist dennoch sinnvoll und oftmals notwendig.
 
Hunde kratzen oder beißen sich an den befallenen Stellen blutig und riskieren damit zusätzlich bakterielle Infektionen in den offenen Wunden. Mit den üblichen diagnostischen Methoden wie Vergrößerungsglas oder durch Hautgeschabsel erkennt man die Sarkoptesmilbe leider meistens nicht.
 
Auskunft gibt aber ein Serum-Bluttest auf Antikörper - nach einer Inkubationszeit von zwei bis drei Wochen. Aber Achtung: Dieser Test ist nur dann aussagekräftig, wenn mindestens 8 Wochen zuvor KEIN Cortison gegeben wurde, da Cortison die Antikörperbildung unterdrückt.
 
Wenn der Verdacht auf Sarkoptes besteht, sich der Befall aber nicht nachweisen lässt, dann ist der Einsatz eines Spot-Ons gegen diese Milbe oft die einzige Wahl. Das heißt, man trägt dieses Spot-On auf, und nach drei Tagen müsste der Juckreiz nachlassen. Auch hier ist selbstverständlich zu beachten, dass eine gleichzeitige Behandlung mit Cortison keinen Sinn macht, da sonst nicht nachvollzogen werden kann, ob das Spot-On wirkt oder das Cortison erst mal einfach nur den Juckreiz bekämpft.
 
Bei einem Milbenbefall mit Sarkoptes sollte ebenfalls die Wohnung abgedampft und die Behandlung nach ca. 3 Wochen wiederholt werden.
 
Eigentlich kann man von Glück sagen, wenn der Juckreiz des Vierbeiners "nur" durch Parasiten ausgelöst wird. Ist dies aber ausgeschlossen worden, fängt die Suche erst richtig an.


 
Allergien und Stoffwecheselerkrankungen

Vor allem, wenn nur Hautsymptome vorliegen und das Tier ansonsten gesund zu sein scheint, ist an Allergien zu denken. Hier handelt es sich um ein sehr weites und komplexes Feld, das an anderer Stelle behandelt werden muss.
 
Allerdings kann Juckreiz auch ein Hinweis auf eine Stoffwechselerkrankung sein. Diabetes, Probleme mit der Schilddrüse oder den Nieren und eine Reihe anderer Erkrankungen können für Juckreiz verantwortlich sein. Ein guter und verantwortungsvoller Tierarzt wird mit dem Tierhalter auf Ursachensuche gehen und nicht gleich Medikamente zum Einsatz bringen, die dem Tier oftmals mehr schaden als helfen können.

Anmerkung: Dieser Beitrag - sowie auch andere in diesem Portal - ersetzt keinesfalls den Besuch beim Tierarzt!

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