Sonntag, 25. Juni 2017
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Assistenz- und Therapiehunde, neue Gesetzgebung in Österreich

In Österreich tritt mit 1.1.2015 der Assistenzhundeparagraph im Bundesbehindertengesetz in Kraft, der schaut so aus:

„Abschnitt Va Assistenzhunde, Therapiehunde

§ 39a. (1) Ein Assistenzhund ist ein Hund, der sich bei Nachweis der erforderlichen Gesundheit und seiner wesensmaessigen Eignung sowie nach Absolvierung einer speziellen Ausbildung – vor allem im Hinblick auf Sozial- und Umweltverhalten, Unterordnung und spezifische Hilfeleistungen – besonders zur Unterstuetzung eines Menschen mit Behinderung eignet.

(2) Assistenzhunde sollen zum Zwecke der Erweiterung der Selbstbestimmung und Teilhabe von Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen eingesetzt werden und dauernd bei der betroffenen Person leben. Darueber hinaus leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Kommunikation und zum Abbau von einstellungsmaessigen Barrieren.

(3) Als Assistenzhunde gelten Blindenfuehrhunde, Servicehunde und Signalhunde nach Massgabe der Absaetze 4 bis 7.

(4) Der Blindenfuehrhund soll den Menschen mit Behinderung im Bereich der Mobilitaet weitgehend unterstuetzen. Er soll die Wahrnehmungsprobleme blinder oder hochgradig sehbehinderter Menschen ausgleichen und ihnen eine gefahrlose Bewegung sowohl in vertrauter als auch in fremder Umgebung ermoeglichen.

(5) Der Servicehund soll Menschen mit Behinderung im Bereich der Mobilitaet unterstuetzen. Er soll fuer Menschen Hilfeleistungen bei jenen Verrichtungen des taeglichen Lebens erbringen, die behinderungsbedingt ohne Unterstuetzung nur erschwert, unter gefaehrdenden Bedingungen oder gar nicht moeglich waeren. Neben den Basisfertigkeiten werden Servicehunde speziell im Hinblick auf den individuell erforderlichen Unterstuetzungsbedarf der betroffenen Person ausgebildet.

(6) Der Signalhund soll dazu beitragen, die Wahrnehmungsprobleme gehoerloser Personen und von Menschen mit schwerer Hoerbehinderung auszugleichen. Signalhunde werden speziell dafuer ausgebildet, Geraeusche und Laute durch physische Beruehrung anzuzeigen. Als Signalhunde werden auch Hunde bezeichnet, die Menschen mit chronischen Erkrankungen bei damit verbundenen gefaehrdenden Zustaenden unterstuetzen und Veraenderungen des Stoffwechsels sowie der Koerperhaltung, die auf eine bevorstehende gesundheitsgefaehrdende Situation hindeuten, fruehzeitig wahrnehmen und anzeigen. Es handelt sich dabei insbesondere um Hunde, die speziell fuer Menschen mit Diabetes, Epilepsie oder einer anderen neurologi-schen Beeintraechtigung eingesetzt werden.

(6a) Der Therapiehund ist ein mit seinem Halter und seiner Halterin fuer die therapeutische Arbeit ausgebildeter und gepruefter Hund, der durch gezielten Einsatz positive Auswirkungen auf das Erleben und Verhalten von Menschen mit Behinderung erzielen soll. Der Hund hilft durch seine Anwesenheit und ist Teil des therapeutischen Konzepts.

(7) Hunde, die Aufgaben aus mehreren Bereichen erfuellen, werden nach der Hauptfunktion bezeichnet.

(8) Voraussetzung fuer die Bezeichnung als „Assistenzhund" und fuer den Blindenfuehrhund auch hin-sichtlich der Gewaehrung einer finanziellen Unterstuetzung aus oeffentlichen Mitteln zu dessen Anschaffung ist die positive Beurteilung durch ein gemeinsames Gutachten von Sachverstaendigen, zu denen jedenfalls eine Person mit Behinderung gehoeren muss, die selber einen Hund in dem jeweiligen bzw. in einem aehnlichen Einsatzbereich nutzt. Bei dieser Beurteilung ist vor allem auf Gesundheit, Sozial- und Umweltverhalten, Unterordnung, spezifische Hilfeleistungen im jeweiligen Einsatzbereich sowie auf das funktionierende Zusammenspiel des Menschen mit Behinderung mit dem Hund Bedacht zu nehmen.

(8a) Voraussetzung fuer die Bezeichnung als „Therapiehund" ist eine Ausbildung und die positive Beurteilung durch ein Gutachten von Sachverstaendigen. Bei dieser Beurteilung ist vor allem auf Gesund-heit, Sozial- und Umweltverhalten, Unterordnung, Kontrollierbarkeit und auf das funktionierende Zusammenspiel mit Menschen mit Behinderung sowie mit dem eigenen Halter oder der eigenen Halterin Bedacht zu nehmen.

(9) Die Halter/die Halterinnen von Assistenzhunden und Therapiehunden haben dafuer Sorge zu tragen, den Hund artgerecht zu versorgen, die Fertigkeiten mit ihrem Hund zu trainieren, Vorsorge fuer Pausen und Freizeit des Hundes zu treffen, alles fuer die Gesundheiterhaltung des Hundes beizutragen, eine regelmaessige gesundheitliche Kontrolle des Hundes durchzufuehren und die Unterordnung als Basisanfor-derung regelmaessig zu ueben. Die Vergabe einer Foerderung aus oeffentlichen Mitteln beinhaltet daher auch die vertragliche Vereinbarung zwischen Ausbildungsstelle und Assistenzhundehalter zu regelmaessigen Massnahmen der Qualitaetssicherung.

(10) Naehere Bestimmungen ueber die Kriterien zur Beurteilung sowie die Anforderungen an die die Beurteilung durchfuehrende Stelle, die finanzielle Unterstuetzung von Blindenfuehrhunden aus oeffentlichen Mitteln sowie die Qualitaetssicherungsmassnahmen von Assistenzhunden und Therapiehunden sind vom Bundesminister fuer Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz in Form von Richtlinien festzulegen. Diese Richtlinien haben im Bundesministerium fuer Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz sowie bei allen Rehabilitationstraegern (§ 3) zur Einsichtnahme aufzuliegen."

Und was das Ganze mit der Gesundheit zu tun hat? Ganz einfach. Die Hunde müssen nach strengen Richtlinien von 2 verschiedenen, von den Ausbildungsstätten unabhängigen Tierärzten ganz genau untersucht werden und entsprechen, damit sie zur Prüfung und damit zum Einsatz als Assistenzhund zugelassen werden. Diese Richtlinien sind fertig und liegen beim Minister zur Unterschrift.

 

 

 

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