Donnerstag, 24. August 2017
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Hunde mit Jobs

Blindenführhunde

Der Blindenhund führt seinen Menschen sicher durch alle Alltagssituationen in der Stadt, in Geschäften oder auf dem Land.

Eva Rehm hat eine Schule für Blindenhunde in Weicherung/Lichtenau. Dort bildet sie seit 10 Jahren erfolgreich Blindenführhunde aus. Hundeschnauze hat sie interviewt.

Hunde-Schnauze: Was fasziniert Sie an der Ausbildung von Blindenführhunden?

Eva Rehm:
Was mich ganz besonders fasziniert ist die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Tier. Es ist so etwas Besonderes zu spüren, wie gern der Hund Aufgaben für „seinen Menschen“ übernimmt.

Hunde-Schnauze:
Welchen Ausbildungsweg geht ein Blindenführhund in Ihrer Hundeschule, bis er einen Menschen sicher führen kann?

Eva Rehm: Im ersten Lebensjahr des Hundes lernt er die alltäglichen Dinge, die jeder Hund lernen muss. Dann erst beginnt die eigentliche Ausbildung im Führgeschirr. Der Hund lernt, vor jeder Straße stehen zu bleiben, außerdem Ampeln, Zebrastreifen, Ein- und Ausgänge, Fahrkartenschalter usw. anzuzeigen. Am Bahnhof lernt er, nicht zu nah an den Abgrund zu gehen. An der Straße muss er stehen bleiben , wenn ein Auto kommt, auch wenn er zuvor das Kommando „Straße überqueren“ erhalten hat. Wenn er kein Geschirr trägt hat er frei und darf toben und spielen.

Hunde-Schnauze: Was ist Ihnen bei der Ausbildung der Blindenführhunde besonders wichtig?

Eva Rehm: Mir ist ganz wichtig, dass der Hund freudig und ohne Angst arbeitet und gegenseitiges Vertrauen besteht.

Hunde-Schnauze:
Eignet sich jede Hunderasse als Blindenführhund?

Eva Rehm:
Nein, zum Beispiel Hunde mit deutlichem Aggressionspotenzial oder hohem Jagdtrieb eignen sich nicht. Am besten sind Rassen mit einem ausgeglichenen Wesen.


Gero - Blindenführhund im Ruhestand

Hunde-Schnauze: Worauf achten Sie bei der Zusammenstellung der Mensch-Hund-Paare?

Eva Rehm: Wichtig ist vor allem, dass Mensch und Hund vom Temperament her zusammenpassen. Zum Beispiel kombiniere ich einen älteren Menschen in vielen Fällen eher mit einem ruhigen Hund, ein sportlicher Mensch braucht einen eifrigeren Hund, der mithalten kann.

Hunde-Schnauze:
Welche Hilfsmittel setzen Sie bei der Ausbildung ein?

Eva Rehm:
Am Anfang der Ausbildung vor allem Futter, später verbales Lob. Wichtig ist die Persönlichkeit des Ausbilders, nicht besondere Halsbänder oder andere industriell hergestellte „Wundermittel“.

Hunde-Schnauze: Stimmt es, dass die weiße Linie an der Bahnsteigkante den Blindenführhunden hilft, den Abstand zu wahren?

Eva Rehm: Ja, der Hund darf nicht über die weiße Linie laufen, wenn kein Zug dasteht.

Hunde-Schnauze: Wie lange kann ein Blindenführhund seinen Beruf ausüben und was geschieht mit ihm, wenn er in Rente geht?

Eva Rehm: Wenn der Hund gesund ist, etwa 10 Jahre lang. Mit zwei Jahren wird er abgegeben und mit spätestens 12 Jahren sollte er in „Rente“ gehen. Wenn möglich, bleibt er dann bei seinem Herrchen oder Frauchen, sonst wird eine geeignete Familie gesucht, die den Hund aufnimmt.

Dieser Text ist entnommen aus "HundeSchnauze" Nr. 1, 2009, mit freundlicher Genehmigung der Uelzener Versicherungen.

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