Sonntag, 25. Juni 2017
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Eine neue Diabeteskatze zieht ein

Nachdem ich mein Interesse an einen Diabeteskater aus dem Tierheim Köln bekundet hatte, ging alles sehr schnell. Bereits nach wenigen Tagen war eine Fahrkette organisiert, und der kleine Smutje unterwegs zum Katzenvolk.
Smutje reiste in einem großen Kennel und vermittelte einen gelassenen Eindruck, als er mir übergeben wurde.

Zu Hause angekommen, wurde der Kater zunächst von den Stammkatzen beschnuppert und begrüßt. Zur Eingewöhnung ziehen neue Katzen bei uns immer erst in ein separates Katzenzimmer, das neben einer normalen Zimmertür auch eine Fliegentür hat, damit sich alle Katzen sehen, riechen und hören können, aber vor eventuellen Angriffen geschützt sind. Außerdem möchte ich verhindern, dass sich der Neuling unter Möbeln versteckt und meine Bemühungen, den Blutzucker zu messen und das Insulin zu verabreichen, nicht unnötig erschwert werden.

Bei allen neuen Zuckerkatzen stand das Sattessen an vorderster Stelle. Aus irgendeinem Grund sind alle diese Katzen ausgehungert und auch diejenigen, die mir als absolute Trockenfutter-Junkies beschrieben wurden, schlangen das angebotene Nassfutter herunter, als ob die Küche jeden Moment für immer schließen wird. So war es nun auch bei Smutje (alias Smudi).

Der kleine weiße Kater mit den schwarzen Tupfen verspeiste in wenigen Minuten einen riesigen Haufen Nassfutter, putzte sich fein säuberlich und suchte sich einen gemütlichen Schlafplatz im Katzenzimmer.



Als absolut neugierige Zuckerkatzenhalterin kreisten meine Gedanken natürlich unaufhörlich um den Gesundheitszustand des Katers. Ich nahm also einen ersten Anlauf und wollte Smudi messen und nötigenfalls mit Insulin versorgen. Ich umgarnte ihn mit schmeichelnden Worten….die Stechhilfe in der Hand und das Glukometer in Reichweite. Smutje schlug mit der Pfote nach mir und biss in meine streichelnde Hand! Unerhört! Ich zog also unverrichteter Dinge ab und beschloss, mich mit meinem Buch in Smutje´s Zimmer zu setzen und ihm laut vorzulesen, damit er sich an mich gewöhnt.

Der kleine Charmeur hatte mich innerhalb kurzer Zeit um den Finger gewickelt. Sein vorwitziges schwarzes Näschen untersuchte mich und mein Buch. Er warf sich auf den Rücken und zeigte mir seine kleinen pechschwarzen Pfötchenballen. Er kroch unter eine Decke und wartete darauf, dass ich so dumm bin und mit der Hand in seine Nähe gerate. Er rannte auf mich zu, bremste seinen Lauf ab und versuchte immer wieder in meine Hand zu beißen. Er ließ sich zwar anfassen, aber er bestimmte wie lange er es zulassen wollte.

Bereits am nächsten Tag durfte ich neben ihm sitzen, wenn er sein Näpfchen leerte und auch seine Öhrchen berühren. Und innerhalb kurzer Zeit durfte ich den Kleinen tatsächlich messen. Das Spritzen des Insulins ist in der Regel kein Problem, wenn es z.B. ein Leckerchen gibt.

Smutje reagierte jedoch mit Abwehrbewegungen. Das kommt häufiger vor, wenn Katzen zu viel Insulin bekommen haben und sich nach der Injektion schlecht fühlen, weil der Blutzucker viel zu tief sinkt. Sie assoziieren mit der Insulinspritze das schlechte Befinden nach der Spritze und wehren sich verständlicherweise dagegen. Da Smudi im Tierheim ohne vorherige Blutzuckerbestimmung viel zu viel Insulin bekommen hat, wunderten mich seine heftigen Reaktionen also nicht wirklich. Durch die regelmäßigen BZ-Kontrollen vor jeder Injektion und natürlich auch zwischendurch, hatte ich aber einen guten Überblick, und Smutje fühlte sich offensichtlich hervorragend.

Bereits nach wenigen Tagen zeichnete sich ab, dass der kleine Kater möglicherweise ein Kandidat für eine Remission (Zurückgehen von Krankheitserscheinungen) sein könnte. Mit behutsamer Insulindosierung, die nie über 0,75 IE hinausging, gelang es, Smutje innerhalb weniger Wochen insulinfrei zu bekommen.

Seitdem werden zweimal wöchentlich BZ-Proben entnommen, die allesamt im Normbereich liegen. Smutje ist nun dabei, den Frühling zu entdecken. Er hat seinen Lebensraum überwiegend auf die Katzenterrasse verlegt und staunt die Welt da draußen an. Er liegt ausschließlich auf meiner Gartenjacke, die er sich gemütlich zurecht gezupft hat……Doris wird sich eine neue Gartenjacke zulegen:-)
Nicht immer verläuft der Start in ein zukünftig sicheres Diabeteskatzenleben so problemlos. Man kann aber grundsätzlich sagen, dass eine Insulinbehandlung nur unter Blutzuckerkontrollen und behutsamer Dosierung des Insulins stattfinden darf.

Doris Timmermann 2010

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