Sonntag, 25. Juni 2017
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Und sie verstehen sich doch! Oder: Wie freundet man Hund und Katze miteinander an?

Oft hört man, Hunde und Katzen seien natürliche Feinde. Aber das sind sie genauso wenig wie alle Hunde untereinander oder alle Katzen untereinander Freunde sind. Ob zwei Tiere Freunde werden, hängt von vielen Faktoren ab.
 
Ideal ist es natürlich, wenn Hund und Katze zusammen aufwachsen. Dann betrachten sie einander als ihresgleichen und lernen auch schon früh, die Körpersprache des jeweils anderen zu deuten.


 
Hunde sind Rudeltiere, die in der Regel alle anderen Hausgenossen früher oder später als zugehörig zum Rudel erachten, alleine schon, weil diese den rudeltypischen Geruch angenommen haben.
 
Katzen akzeptieren Hunde am ehesten, wenn sie von ihnen in Ruhe gelassen werden.
 
Daher hängt es sehr stark davon ab, wie die Zusammenführung zwischen Beiden verläuft. Katzen sind überwiegend ohrorientiert und erleben fremde Geräusche wie Hundegetrappel, -gebell und das Klappern von Hundemarken am Halsband erst mal als fremdartig und beunruhigend, während Hunde als überwiegend nasenorientierte Wesen vor allem auf fremde und neue Gerüche reagieren. Beiden ist gemeinsam, dass sich ihre Sinne an die neuen Eindrücke schnell gewöhnen, wenn mit ihnen nichts Bedrohliches verbunden wird.
 
 Wenn eine Katze in einen Hundehaushalt einzieht, dann sind daher auch andere Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen und Überlegungen anzustellen als umgekehrt.

Hund kommt zu Katze
 
Wenn ein Hund in einen Katzenhaushalt kommt, dann ist es für Katzen oftmals nicht einfach, dies zu akzeptieren, vor allem, wenn die Katze vorher nie mit Hunden zu tun hatte. Sie erlebt den Hund zunächst einmal als Eindringling und Bedrohung und wird versuchen, ihm aus dem Weg zu gehen. Evtl. wird sie ihn auch anfauchen und ihm bei allzu stürmischer Näherung eins auf die Nase geben.
 


Die Katze braucht auf jeden Fall die Sicherheit, dass sie sich zurückziehen kann, dass sie nach wie vor Zugang zu ihren gewohnten Plätzen wie Futterplatz, Schlafplatz und Katzenklo hat, dass sie sich nach wie vor frei bewegen kann und dass sie nicht in die Enge getrieben wird. Niemals sollte man daher einen neu dazu kommenden Hund frei laufen und die Katze jagen lassen.
 
Der Hund sollte - solange die Zusammenführung nicht abgeschlossen ist - auch nie mit der Katze allein gelassen werden. Die Begegnungen sollten anfangs geplant, gut überlegt und geschickt angebahnt werden, indem man den Hund z. B. an der Leine hält, wenn sich
 

 

 

die Katze nähert. Anfangs sollte der Hund einen  eigenen Raum haben, in dem er sich in den ersten Tagen aufhalten darf, da die Katze ja Hausrecht hat und in diesem nicht eingeschränkt werden sollte. Alle Aktivitäten und Rituale, die vor Ankunft des Hundes stattgefunden haben, sollten für die Katze weiterbestehen bleiben, die Aufmerksamkeit und Zuwendung ebenfalls, damit sie sich nicht zurückgesetzt fühlt.

Solange der Hund sich nicht einstellen kann auf die Katze, sollte er auf keinen Fall mit ihr alleine gelassen werden. Eine gute Methode ist auch, einen Türrahmen mit Gitter zu bauen, mit dem der Raum, in dem sich der Hund aufhält, abgetrennt werden kann, so dass er die Katze riechen, hören und sehen kann, wenn sie in der Nähe ist.

In einem fortgeschrittenen Stadium der Zusammenführung ist es meistens sehr förderlich, den Beiden nicht weit voneinander entfernt - am besten am Boden sitzend - Leckerchen anzubieten, um sie so mit einer ersten gemeinsamen und angenehmen Beschäftigung miteinander anzufreunden. Je ruhiger und besonnener die Zusammenführung angegangen wird, umso besser wird sie gelingen.



Katze kommt zu Hund
 
Dies ist in der Regel die einfachere Variante, da Hunde Rudeltiere sind und früher oder später jedes neue Familienmitglied akzeptieren. Dabei gehe ich von Hunden aus, die nicht extrem vehaltensgestört sind; denn da gelten andere Regeln bzw. da müssen ganz andere Überlegungen angestellt werden.
 
Die neu hinzugekommene Katze bekommt als erstes einen eigenen geschützten Raum, in dem sie sich in Ruhe an die neuen Eindrücke gewöhnen kann. Auch hier wäre eine Gittertür sinnvoll, damit die Katze von Anfang an ihre neue Umgebung mit allen Sinnen miterleben kann. Das kann recht lange dauern.


 
Erst wenn die Katze bei Näherung des Hundes kein Fluchtverhalten mehr zeigt, kann man die ersten Kontakte versuchen. Dabei sollte der Hund an der Leine ins Katzenzimmer geführt werden, wo die Katze sich frei bewegen können sollte, damit sie evtl. auch auf ein höher gelegenes Regal oder einen Katzenbaum springen kann (Ich halte wenig davon, die Katze bei diesen Annährungsversuchen in eine Transportbox einzusperren, da sie dabei keine Möglichkeit hat, selbst zu entscheiden, ob sie sich annähern oder entfernen will.)

Auch hier können kleine Leckerchen zu einer Beruhigung beitragen und die Annäherung zu einem positiven Erlebnis machen. Es kann passieren, dass es für Beide schon nach einiger Zeit Gewohnheit wird, dass der jeweils andere in der Nähe ist, so dass sich die Lage schnell entspannt. Ansonsten müssen die Zusammenführungsversuche solange wiederholt werden, bis der Stress abgebaut ist.
 
Mit dem Hund werden natürlich während der Zusammenführungsphase alle Rituale und Beschäftigungen fortgeführt. Die Katze braucht selbstverständlich auch Nähe und Ansprache und Streicheleinheiten, wenn sie es denn zulässt.
 
Wenn sich eine Freundschaft zwischen Hund und Katze entwickelt, so ist das eine Bereicherung für alle. Es ist schön anzusehen, wie sie miteinander schmusen, evt. das Körbchen teilen und kleine Spielchen miteinander spielen.
 
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