Donnerstag, 29. Juni 2017
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Hundeernährung und Gesundheit
 
Von ihrer körperlichen Ausstattung her sind Hunde Raubtiere und somit überwiegend Fleischfresser. Von der Raubtiervergangenheit des Hundes zeugt vor allem sein Verdauungsapparat, der mit dem typischen Raubtiergebiss "beginnt" und mit dem fleischfressertypischen kurzen Darm "endet".

Obwohl das so ist, besteht die Fertigfutter-Industrie darauf, getreidelastige Nahrungsmittel für Hunde (und Katzen) als vollwertig und gesund anzupreisen, oft "untermauert" von wissenschaftlich anmutenden Studienergebnissen und Aussagen, die auch vor den meisten Tierärzten bereitwillig übernommen werden.

So sieht sich der Tierhalter in der Regel mit einer einheitlichen Linie von industrieller Werbung und tierärztlicher Beratung konfrontiert, die nur äußerst schwer hinterfragt werden können. Dabei ist eine Kost, die bis zu 80 % aus Getreide besteht, für Hunde nicht nur nicht geeignet, sondern sogar äußerst schädlich.

Die Tierärztin Dr. Vera Biber schreibt in ihrem Buch "Futterprobleme bei Hunden" dazu: "Pflanzenprodukte müssen gründlich gekaut und eingespeichelt werden, schon da muss der Hund passen, denn er hat keine Zähne, die sich als Mahlwerkzeuge eignen. Dafür aber welche, die gut dazu geeignet sind, Beute festzuhalten. Sein Kiefer bewegt sich nur auf und ab, nicht seitlich wie bei Pflanzenfressern. Sein Speichel besitzt weder das Enzym Ptyalin, das pflanzliche Zellstrukturen aufknacken kann, noch Amylase zur Stärkeverdauung" (S. 99).
 
Weil das so ist, sorgen Getreide und andere kohlehydrathaltige Speisen beim Hund für den weit verbreiteten stinkenden Zahnbelag und die damit verbunden Zahnerkrankungen. Biber schreibt dazu: "Sein Speichel ist außerdem sauer, um nämlich Einweiß anzudauen, im Gegensatz zum alkalischen des pflanzenfressenden Tieres. Zusätzlich haben Fleischfresser weit weniger Geschmacksknospen als Pflanzenfresser. Sie schlingen alles schnell und unbesehen hinunter, im Gegensatz zu Pflanzenfressern, die jedes Kräutlein einzeln auf seine Bekömmlichkeit hin auswählen müssen" (S. 99f).

Hinzu kommt - wie gesagt - dass ein  Hundedarm wesentlich kürzer ist als der eines Pflanzenfressers. Er verdaut hauptsächlich im Dünndarm. Bei der natürlichen Nahrung des Hundes, dem rohen Fleisch (eines Beutetiers) beträgt die Passagezeit durch den Darm bei Rohfutter nur einen halben Tag.

Diese Zeit reicht beileibe nicht aus, um die harten Zellwände von Getreiden und manchen Gemüsen aufzuschließen, weil bestimmte Enzyme, die gerade für die Aufschließung von Pflanzenfasern geeignet sind, beim Fleischfresser fehlen. Das führt zu einer auf Dauer schädigenden Belastung und zu einer Reihe von Erkrankungen, wie an anderer Stelle beschrieben.
 
Pflanzenfresser müssen Gras und Blätter gründlich zermahlen und  haben einen langen Darm, oftmals sogar mehrere Mägen mit mikrobiellen Gärkammern und einer üppigen Darmflora, wie es bei Kühen der Fall ist.

Ein weiteres, nicht zu unterschätzendes Problem des industriellen Futters sind die Zutaten, aus denen es bereitet wird und die Zusatzstoffe, mit denen es gut riechend, gut schmeckend, gut aussehend und haltbar gemacht wird, nicht zu vergessen die künstliche Vitaminierung, ohne die ein komplett tot gekochtes und denaturiertes Futter nicht auskommen kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Welche Auswirkungen das alles hat, welche Zutaten verarbeitet werden und wie sie haltbar gemacht werden, würde jedem, der für seine Tiere nur das Beste will, den Magen herumdrehen. Die Tierärztin Jutta Ziegler beschreibt diese Vorgänge recht genau in ihrem kürzlich erschienen Buch "Hunde würden länger leben, wenn....", ebenso Hans-Ulrich Grimm in seinem 2007 erschienen "Schwarzbuch Tierfutter - Katzen würden Mäuse kaufen" .

Aus der Frage, was auf jeden Fall nicht das ideale Hundefutter sein kann, erwächst konsequenterweise die Frage: Was ist denn nun das ideale Futter für Hunde?

Es ergibt sich aus dem oben Dargelegten, dass das Futter überwiegend Fleisch und in nur ganz geringem Maße Kohlehydrate enthalten sollte. Dabei versucht man die Bestandteile eines gedachten Beutetiers (Kaninchen, Huhn, etc.) nachzuahmen und kommt zu der logischen Schlussfolgerung, dass das Hundefutter nicht nur aus reinem Muskelfleisch, sondern auch aus Haut, Fett, Knochen, Innereien und einem geringem Anteil von Ballaststoffen (Gemüse, Kräuter und Obst - jeweils in pürierter Form) bestehen sollte.

Mittlerweile gibt es eine kleine Anzahl von Herstellern, die sich um gesünderes Tierfutter bemühen, das die oben beschriebene Zusammensetzung beachtet und das schonend hergestellt wird.

Aus meiner Sicht ist jedoch selbst zubereitetes Futter eindeutig die bessere Wahl, und Rohes (BARF) ist Gegartem auf jeden Fall vorzuziehen; es sei denn, der Hund leide an einer Erkrankung des Verdauungstrakts und benötigt sog. "Schonkost".

Selbst gemachtes Futter braucht keinerlei Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe, da es aus frischen Zutaten zusammengestellt wird. Außer Schweinefleisch können alle Fleischsorten bedenkenlos verfüttert werden. Dabei können kleine Mengen von püriertem rohen Gemüse und Obst mit wenig Pflanzenöl hinzugegeben werden, während auf Getreide weitestgehend verzichtet werden sollte. Unsere Hunde danken es uns, indem sie sich mit großem Appetit auf ihr Futter stürzen und ihre Schüsseln blank geputzt zurücklassen.

Es gibt hierzu mittlerweile einige Veröffentlichungen, von denen ich besonders "Natural Dogfood" von Susanne Reinerth erwähnen möchte, die mit ihrem Buch eine sehr brauchbare Futteranleitung mit Nachschlagcharakter geschrieben hat.

Wie wir unsere Tiere füttern, ist hier nachzulesen.

Quellen: 

* Ian Billinghurst (1993): Give your Dog a Bone: The Practical Commonsense  Way to Feed Dogs for a Healthy Life
* Susanne Reinerth (2005): Natural Dog Food (deutsch)
* Vera Biber (2007):Futterprobleme bei Hunden
* Hans-Ulrich Grimm (2007): Schwarzbuch Tierfutter - Katzen würden Mäuse kaufen
* Jutta Ziegler (2011): Hunde würden länger leben, wenn...

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