Freitag, 20. Oktober 2017
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Proteine – Fundament der Gesundheit

Von Dr. med. vet. Karen Becker
(Übersetzung von Dr. Victoria Caesar)


Der Nahrungsbestandteil, den Ihr Haustier vor allem im Alter benötigt -
Fleischfresser und Proteine


Hunde und Katzen brauchen 22 Aminosäuren, um gesund zu sein. Hunde können
davon 12 synthetisieren; Katzen 11. Die übrigen Aminosäuren müssen aus der
Nahrung aufgenommen werden, weshalb sie auch als "essentielle" Aminosäuren
bezeichnet werden. Tiere bekommen die Aminosäuren aus dem Protein, das sie
fressen. Denn Qualität und Quantität von Proteinen sind extrem wichtig für
Fleischfresser - sie sind das eigentliche Fundament ihrer Gesundheit.



Nicht alle Proteine sind gleichwertig

Die Qualität von Proteinen unterscheidet sich sehr stark. Es gibt sehr gut
verwertbare und verdauliche Proteine (d.h. Proteine, die der Organismus
Ihres Haustiers leicht aufnehmen und verwerten kann), und es gibt Proteine,
die komplett unverdaulich sind. So sind zwar Schnäbel, Füße, Häute, Schwänze
und Schnauzen hundertprozentige Proteine, aber auch hundertprozentig
unverdaulich.

Alle Proteine haben eine Bioverfügbarkeit, und zwar bezogen auf den Gehalt
an verwertbaren Aminosäuren. Eier haben mit 100 Prozent die höchste
Bioverfügbarkeit; Fisch liegt an zweiter Stelle mit 92 Prozent. Federn
haben, wie Sie vielleicht erraten haben werden, null biologischen Wert. Es
sind alles Proteine, aber sie sind weder verdaulich noch verwertbar.

Dann gibt es einige Lebensmittel mit hohem Proteingehalt, die aber nicht
artgerecht für Hunde und Katzen sind. Soja ist ein gutes Beispiel dafür, mit
einer Bioverfügbarkeit von 67 Prozent. Eine Reihe bekannter Tierfutter
enthalten Soja als Proteinquelle, ebenso Mais. Dies ist eine kostengünstige
Möglichkeit für Tierfutterhersteller, den Eiweißgehalt der auf dem
Futtermitteletikett zugesicherten Inhaltsstoffe zu erhöhen. Da Soja und
Mais aber nicht artgerecht sind, empfehle ich Ihnen, Ihren Tieren kein Futter
anzubieten, das diese beiden Eiweißsorten enthält.

Leider werden die Verdauung und Verwertung von Hunde- und Katzenfutter nicht wirklich erforscht, weswegen die Herstellerfirmen andere Eiweißsorten
hineinmischen können, die für die Tierart, die sie fressen sollen, biologisch wertlos sind (das ist einer der Gründe, warum Melamin den Haustierfuttern zugesetzt wurde, das ja Tausende von ihnen umgebracht hat). Mit anderen Worten: Sie können der Täuschung aufsitzen, dass Sie Futter mit hohem Proteinanteil füttern, während es für Ihr Tier biologisch gesehen überhaupt nicht angemessen ist.
 
Abfall- und Nebenprodukte in der Tiernahrung - das Schlimmste überhaupt

Die Tatsache, dass Hunde- oder Katzenlebern und -nieren über eine sehr lange
Zeit sehr schlechte und unverdauliche Proteine verarbeiten mussten, hat zu
dem schlechten Ruf von Proteinen im Tierfutter geführt.

In den 1940er und 1950er Jahren gab es in der Tat auf dem Markt keine
kommerzielle Tiernahrung in guter Qualität. Die Zusammensetzungen enthielten
damals zu 100 Prozent abgelaufene oder Abfallprodukte aus der menschlichen Nahrungsmittelindustrie.

Die Tierfutterhersteller nahmen alles, was aus den Schlachtbetrieben übrig
blieb, und mischten es mit weggeworfenem Gemüse und Getreide, das für den
menschlichen Verzehr nicht mehr geeignet war, setzten künstliche
Vitamin-Mineral-Supplemente zu und nannten es Tiernahrung.

Auch wenn damals eine ganze Menge an Protein im Tierfutter war, so war doch
die Qualität einfach schrecklich. Da das Protein für Hunde und Katzen so
schwer verdaulich war, bekamen sie Nieren-und Leberfunktions-Störungen. So
kam es, dass Tierärzte um die Mitte des letzten Jahrhunderts begannen, für
ältere Tiere Futter mit niedrigem Proteingehalt zu empfehlen. Die so (neu
entwickelte) Zusammensetzung von Futtermitteln für ältere Tiere entstand
also wegen der schlechten Qualität von Hunde- und Katzenfutter auf dem Markt
jener Zeit.

Deshalb empfehle ich dringend, dass Sie, wenn Sie solche Futtermittel mit
tierischen Nebenprodukten verwenden, das nicht verdauliches oder
verwertbares Protein enthält, dass Sie dann die Menge des Proteins
reduzieren. Die Organe Ihres Haustiers können nämlich eine Nahrung aus
minderwertigem Protein über längere Zeiträume nicht verarbeiten.

Der Eiweißbedarf Ihres Haustiers steigt mit dem Alter

Die gute Nachricht ist, dass die Qualität der Tiernahrung in den letzten 30
bis 40 Jahren deutlich zugenommen hat. Und im Jahr 1992 entdeckte Dr. Demar
Finco, ein Veterinär-Ernährungswissenschaftler, dass der Bedarf an
Proteinen in der Tat mit dem Alter des Haustiers zunimmt. Selbst bei Tieren
mit Nierenversagen hat die Verminderung von Protein weder deren Gesundheit
noch deren Lebensdauer verbessert.

So haben Dr. Fincos Untersuchungen ergeben, dass Katzen mit
Niedrig-Protein-Diäten eine Hypoproteinämie (Unterversorgung mit Protein)

 

 

entwickelten. Sie hatten Muskelschwund, Gewebeverfall und magerten ab. Je
mehr das Protein reduziert wurde, umso kranker wurden diese Kätzchen. Zum
Glück entdeckte Dr. Finco, dass es der Phosphorgehalt im Futter - und nicht
unbedingt die Proteinmenge - war, der die Nierenerkrankung hervorrief.

Seit diese Studie veröffentlicht wurde, haben sich die tierärztlichen
Empfehlungen verändert. Was wir für Tiere empfehlen, die mit einer Nieren-
und Leberinsuffizienz zu kämpfen haben, ist die Fütterung von wirklich
hochwertigem, leicht verdaulichem und gut verwertbarem Protein. Ebenfalls
empfehlen wir, Phosphor im Futter zu reduzieren, aber nicht das Protein
selbst. Wir wissen, dass Katzen und Hunde als Fleischfresser Mengen von hochwertigem Protein benötigen, nicht nur, um eine gute Organfunktion und Immunabwehr beizubehalten, sondern auch, um eine gesunde Muskelmasse aufrecht zu erhalten, die sie gut durchs Leben und durch den Alterungsprozess bringt. 

Vollwertige, rohe und natürliche Lebensmittel sind am besten

Einige Futtermittel bedeuten Stress für den Stoffwechsel; andere bedeuten
weniger Stress für Ihren Hund oder Ihre Katze. Diejenigen Futtermittel, die
am wenigsten Stress produzieren, sind vollwertig, roh und unverarbeitet, am
besten dann, wenn sie auch in ihrer natürlichen Form erhalten bleiben.
Futtermittel, die weder getrocknet noch sonst wie verarbeitet sind, sind
diejenigen, die am besten vom Organismus Ihres Haustiers verwertet werden
können. Diese Futter sind biologisch angemessen. Alle ursprüngliche
Feuchtigkeit bleibt im Futter. Solche Futter, die getrocknet, bearbeitet
oder verarbeitet sind, haben enorm an Feuchtigkeit verloren. Die
Feuchtigkeit kann sogar von  70 auf 12 Prozent gesunken sein, so dass die
Nieren und Leber Ihres Haustiers durch chronische Dehydratation in eine
Stresssituation geraten können.

Hunde, aber vor allem Katzen, müssen eine Menge Wasser zu sich nehmen, um
ihre Organismen wieder zu rehydrieren, nachdem sie Trockenfutter gefressen
haben. Dieser Zustand bedeutet Stress für Organe, die bereits angegriffen
oder altersbedingt verändert sind. Daher empfehle ich, Tierfutter in seinem
natürlichen Zustand zu belassen, um die benötigte Feuchtigkeit sowie das
höchste Niveau an Bioverfügbarkeit und Verdaulichkeit zu gewährleisten.

Artgerechtes Futter
 
Artgerechtes Futter für Ihren Hund oder Ihre Katze bedeutet, dass es reich
an Protein in seiner natürlichen Form mit niedrigem Getreidegehalt ist. Ihr
Tier ist ein Fleischfresser - Hunde sind überwiegend und Katzen zwingend
Fleischfresser. Fleischfresser benötigen für ihre Gesundheit tierische
Eiweiße und Fette. Futtermittel, die Stoffwechselprobleme verursachen -
nämlich solche, die hoch verarbeitet und/oder getrocknet sind - sind nicht
artgerecht. Nehmen Sie z. B. gemahlenes Protein.

In Anerkennung der Tatsache, dass Hunde und Katzen besser mit
proteinreichen, getreidearmen Futtern zurechtkommen, gibt es mittlerweile
eine deutliche Tendenz bei Tierärzten und Futtermittelherstellern in
Richtung Futtersorten, die mehr Proteine und weniger Getreide enthalten. Dem
kann ich nur zustimmen, außer in Fällen, wo das Futter nicht biologisch
artgerecht ist.

Haustiere, die Futter auf Proteinbasis erhalten, kommen damit zurecht,
solange es 70 bis 80 Prozent Feuchtigkeit enthält. Aber wenn man die
Feuchtigkeit aus dem proteinreichen Futter herausnimmt, dann wird es wegen
des Austrocknungsfaktors schwer für den Organismus Ihres Haustiers, dieses zu
verarbeiten. Daher bevorzuge ich unverarbeitete und natürlich nicht
getrocknete Futtermittel.



Füttern Sie Ihrem Haustier genau das, was sein Organismus braucht

Wenn Sie also das Proteinthema im Zusammenhang mit Ihrem Hund oder Ihrer
Katze  unter die Lupe nehmen, dann wird Ihnen klar, dass Sie seine
Nierenfunktion mit einer Niedrig-Protein-Diät nicht erhalten können. Ihr
Fleisch fressender Gefährte benötigt Protein, um ein Leben lang gesund zu
bleiben, besonders, wenn es um den Muskelschwund geht, der mit dem
Alterungsprozess einhergeht.   

Ich empfehle Ihnen daher, Futter in seiner natürlichen Form zu geben, voller
Feuchtigkeit und unverarbeitet. Das wird  - im Hinblick auf höchste
Verdaulichkeit und Verwertbarkeit - die beste artgerechte Ernährung für Ihren
Hund oder Ihre Katze sein.

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Der Text entstammt einer Video-Mitschrift aus dem Vortrag der amerikanischen
Tierärztin Frau Dr. Karen Becker aus der Seite www.mercola.com.

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