Montag, 11. Dezember 2017
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Wie gut sieht der Hund?

Lange hatte man gedacht, dass Hunde komplett farbenblind seien. Dabei können sie durchaus auch Farben sehen. Allerdings sehen sie sie nicht so kräftig und auch nicht so differenziert wie die, die wir Menschen sehen.

Wir Menschen sind überwiegend tagaktive Lebewesen, die auf das Erkennen von Farben angewiesen sind und ein riesiges Farbspektrum von etwa 200 verschiedene Farbtönen zur Verfügung haben (s. linke Grafik).

Hunde hingegen benötigen ein solches Farbspektrum nicht, vor allem, weil sie mit ihrem Geruchssinn all das erkennen, was ihnen zum Überleben wichtig ist.

Daher können Hunde vor allem die Farben im Spektralbereich gelb bis blau erkennen (s. rechte Grafik).

 


                                    Menschensicht                                              Hundesicht

Grüne Gegenstände erscheinen Hunden als grau und rote sehen für sie eher gelb aus. Der bunte Hundeball wird vom Hund daher auch nicht wegen seiner Farbe geliebt, sondern weil er sich bewegt. Das zeigt, dass die knalligen Farben des Spielzeugs immer für das Auge des Menschen und nicht für das des Hundes gemacht sind.
 
Dafür aber können Hunde viele verschiedene Grautöne unterscheiden, was wahrscheinlich auch mit ihrer - früher einmal überlebensnotwendigen - Orientierung in der Dämmerung zusammenhängt. Dass dafür das Farbspektrum auf der Strecke bleibt, beeinträchtigt den Hund nicht.

Aber auch in Bezug auf Tiefen- und Sehschärfe ist die Sicht des Hundes im Vergleich zu der des Menschen deutlich reduziert. Die Sehschärfe des Menschen ist ca. sechsmal besser als die des Hundes. So kann der Hund seinen Menschen auf größere Distanz auch kaum erkennen, wenn dieser sich nicht gerade bewegt.
 
Erst an der Bewegung erkennt der Hund seine Leute, selbst bei schlechten Lichtverhältnissen. Denn seine Augen sind so aufgebaut, dass er Formen und Bewegungen sogar auf größere Distanz wahrnimmt. Wobei Objekte, die sich bewegen, für ihn noch viel leichter zu erkennen sind als still stehende. Daher können Beutetiere sich ja auch tot stellen, damit sie nicht mehr wahrgenommen werden, wenn ein Hund oder eine Katze sie aufgespürt hat.

Die Augen des Hundes sind wesentlich lichtempfindlicher als die Augen des Menschen. In der Dämmerung und auch nachts kann man die Augen eines Hundes (oder eines anderen Tieres) auf der Strasse aufleuchten sehen. Dieser Lichtreflex wird von einer bestimmten Schicht der Netzhaut verursacht (Tapetum lucidum) und wirkt wie ein Reflektor. Er führt dazu, dass das Sehen in der Dunkelheit deutlich besser ausgebildet ist als bei uns Menschen, da wir kein Tapetum in unserer Netzhaut haben.


 
Ein weiterer Vorteil der Hundesicht ist sein "Weitwinkel"- Gesichtsfeld, das einen Winkel von 240 Grad umfasst, während wir mit nur 200 Grad vorlieb nehmen müssen. Dafür kann der Hund seinen Sicht-Radius nach oben natürlich nicht so weit ausdehnen wie wir; und je kleiner der Hund, umso niedriger das Sichtfeld.


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