Donnerstag, 29. Juni 2017
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Chefkater Carlos

Wir trauern um unseren geliebten Kater und langjährigen Begleiter, der uns am 12.03.2014 im Alter von fast 20 Jahren verlassen hat.



Carlos war ein ausgesetzter Streuner. Er kannte schon Hunde und andere Katzen, bevor er mit einem Jahr zu uns kam. Wir übernahmen ihn von einer Tierschützerin, die ihn gefüttert hatte und bei sich zu Hause ein und ausgehen ließ. Er durfte dort im Badezimmer übernachten und hatte daher eine Vorliebe für Waschbecken.

Obwohl er ein Freigänger war, musste er bei uns zunächst einmal mit einer Wohnung vorlieb nehmen, die er nicht verlassen konnte, da wir mitten in der Kölner Innenstadt wohnten. Es schien ihm nichts auszumachen. Offensichtlich hatte er nun seine Leute und sein Zuhause gefunden. Der Besuch seiner vorherigen "Gastgeberin" bei uns wurde daher von ihm auch nicht sehr geschätzt. Er pinkelte prompt in sein Körbchen, als sie sich ihm näherte und zeigte so, dass er nun bei uns zu Hause war. Carlos war übrigens sehr verfressen, und wir hatten anfangs Mühe, die richtige Futtermenge zu finden, so dass er zunächst etwas übergewichtig war.

Da wir beide berufstätig waren und Carlos nicht so lange ganz alleine lassen wollten, gaben wir eine "Kontaktanzeige" auf, um ihm eine Gespielin zu besorgen, und wenige Monate später zog eine Babykatze, unsere Lizzy, bei uns ein, die in recht schlimmen Verhältnissen wohnte und viel zu früh von ihrer Mutter getrennt worden war. Carlos war begeistert und bespielte sie von morgens bis abends, kümmerte sich um sie.

Nachdem wir ein einhalb Jahre später umgezogen waren, bekam er endlich Freigang. Da begann eine Zeit voller Unruhe; denn häufig kam er einige Tage nicht nach Hause, oder er war verletzt von Revierkämpfen. Einmal kam er nach vielen Tagen - in denen wir schon überall Suchanzeigen aufgegeben hatten - völlig verdreckt und ausgehungert zurück. Er war offensichtlich in einem Keller eingeschlossen gewesen. Nachdem wir dann nochmals in ein Haus mit Garten umgezogen waren, wurde er endlich sesshafter. Er kam übrigens immer auf Zuruf sofort nach Hause, dank seines gute Appetits, denn dann gab es ja natürlich sofort ein Leckerchen.

Carlos war ein sehr sozialer Kater. Einmal war unsere Lizzy unachtsam bei der Taubenjagd und fiel vom Dach. Sie schien verletzt, so dass wir sie untersuchen mussten. Ihr lauter Protest rief den Chefkater auf den Plan, der Klaus in den Arm biss, um Lizzy doch bitte in Ruhe zu lassen. Zum Glück hatte Lizzy nur eine kleine Verletzung im Mäulchen und erholte sich schnell wieder. Die Wunde in Klaus´ Arm benötigte wesentlich länger, um abzuheilen.

Als im Jahr 1999 Minou als Gespielin für Lizzy zu uns kam, begrüßte Carlos auch sie liebevoll und führte sie in unseren Haushalt ein, so wie danach jeden weiteren vierbeinigen Neuzugang. Es kamen nämlich noch Prinzesschen Shari und die Hunde Bianca, Laika und Ramos. Mit allen verstand Carlos sich bestens. Und er überlebte länger als die meisten von ihnen. Die weiße Hündin Bianca, die einen Autounfall nicht überlebte,  seine Gespielin Lizzy, die 2005 an der schrecklichen Cushing-Krankheit verstarb. Leider verließ uns auch unser weißer Schäferhundrüde Ramos im Herbst 2011 völlig unerwartet.

Es war in Carlos´ ersten Lebensjahren durchaus nicht voraussehbar, dass er einmal dieses gesegnete Alter von fast 20 Jahren erreichen würde.

Denn schon im Alter von drei Jahren bekam er Blasensteinprobleme. Unzählige Tierarztbesuche, teils mit Blasenoperationen, monatelange Versuche, mit Diätfutter seinen Harnsteinen vorzubeugen, konnten diese Krankheit nicht in den Griff bekommen. Sie kam über viele Jahre immer wieder. Zeitweise waren wir so verzweifelt, sahen ihn blutigen Urin absetzen oder versuchen, unter Schmerzen zu urinieren, sahen ihn so leiden, dass wir dem letzten tierärztlichen Rat, Carlos einschläfern zu lassen, fast nachgegeben hätten.

Dann lernten wir über den Tierschutz einen neuen Tierarzt kennen, der uns ein ansäuerndes Mittel (Guardacid) empfahl, das die Steinebildung verhindern würde. Es half sofort.

Ab diesem Zeitpunkt begannen wir, die Zusammenhänge zwischen Katzenernährung und dieser Erkrankung zu erforschen und stellten fest, dass wir Jahre lang riesige Fütterungsfehler gemacht hatten und sogar Gefahr liefen, dass unser Kater früher oder später Nierenprobleme bekommen hätte, falls er überhaupt die nächsten Jahre überlebt hätte.

Die eigentliche Entwarnung und endgültige Gesundung unseres tapferen Katers trat mit der Umstellung auf Rohfutter im Jahre 2004 ein. Nie wieder hatte er seitdem Blasensteinprobleme; nicht mal eine normale Blasenentzündung. Außer gelegentlichen Blessuren beim Kampf mit Rivalen war er kerngesund bis ins hohe Alter.

Im Jahr 2012 begann unser Kater übermäßig viel zu trinken und entsprechend große Mengen Wasser zu lassen. Blut und hormonelle Untersuchungen ergaben, dass er keine der bei Katzen häufig vorkommenden Alterserkrankungen wie Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes Mellitus oder eine Nierenfunktionsstörung hatte. Daher blieb eigentlich nur noch Diabetes Insipidus. Diabetes Insipidus ist die Wasserspeicherkrankheit und nicht zu verwechseln mit der Zuckerkrankheit und kommt bei Katzen nicht häufig vor. Was Diabetes Insipidus genau ist, erfahren Sie hier.

Ab Herbst 2013 wurde Carlos mit dem Medikament Minirin behandelt. Sein Trink- und Urinierverhalten besserte sich, und er war nicht mehr so ausgetrocknet. Ein halbes Jahr lang schien er wieder der Alte zu sein und sich gefangen zu haben. Aber Anfang Februar 2014 bemerkten wir, dass er Probleme beim Futtern bekam. Wir dachten zunächst an Zahnstein. Eine tierärztliche Untersuchung ergab aber leider, dass Carlos eine kleine Zubildung im Oberkiefer hatte. Wir entschieden uns zur OP, nachdem zunächst seine Blutwerte getestet wurden. Da seine Konstitution gut war, wurden ihm die beiden Zähnchen unter Narkose gezogen und eine Probe der darunter liegenden Zubildung ins Labor gesandt. Die Untersuchung ergab, dass Carlos ein bösartiges und schnell wachsendes Fibrosarkom im Mäulchen hatte und nun seine letzten Lebenswochen gekommen waren.

Das waren für uns fünf sehr schwere Wochen, in denen wir uns langsam an den Abschied gewöhnen konnten. Er bekam Schmerzmittel, zu fressen alles, wonach ihm der Sinn stand. Er fraß weiterhin gut, aber mit der Zeit nur noch in Häppchen, da ihm die Zubildung sichtlich Probleme machte. Wir konnten zusehen, wie der Tumor wuchs. Als er begann, auf die Nase zu drücken und Carlos schlecht Luft zu bekommen begann, mussten wir die Entscheidung treffen, ihn gehen zu lassen. Wir wollten ihn nicht leiden lassen. Er wurde zuhause ganz sanft eingeschläfert.

Ich weine jeden Tag um dich, mein nobler, furchtloser Kämpfer und sanfter Schmusebär.

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