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Lizzy – meine Herzenskatze (07.1996-05.2005)

Lange Zeit konnte ich nicht über Lizzy schreiben. Sie starb im Frühjahr 2005 an Cushing (s. a. die Seite "Cushing bei Katzen", die ihr gewidmet ist). Sie war meine Herzenskatze und das witzigste Wesen, das ich je kennengelernt habe. Wenn sie auf unserer Wendeltreppe durch die Stäbe schaute und gleichzeitig unentwegt redete, dann konnten wir nicht mehr vor Lachen.
 


Schon ihr Aussehen war ungewöhnlich, und ihre Art und Weise, sich zu bewegen, aber vor allem zu sprechen, konnte einen nicht ernst bleiben lassen. Keine andere Samtpfote konnte so viele Katzensätze hintereinander von sich geben. Man glaubte fast, es sei menschliches Sprechen.

Dabei hatte Lizzy keinen leichten Start ins Leben. Schon mit 8 Wochen wurde sie der Katzenmama weg- und aus ihrer Welpenkiste herausgenommen, um in einer Familie mit noch anderen Katzen und mit vielen Kindern abgegeben zu werden. Dort war sie auf der Flucht, versteckte sie sich und fraß nicht.


 

Offenbar hatte sie viel Angst, die anderen Katzen plagten sie, und als wir sie abholten, musste sie unter einem Sofa hervorgeholt werden. Lizzy war ein winziges Tierchen, das gerade mal in eine Hand passte. Wir nahmen sie mit und gaben sie unserem Kater Carlos in Pflege. Der war gerade 2 Jahre alt, war vorher gewohnt gewesen, herumzustreunen und lebte nun mit uns in einer zwar weitläufigen Wohnung, aber irgendwie schien ihm eine Kameradin zu fehlen.

Carlos begrüßte das kleine Katzenbaby freudig und kümmerte sich fortan um sie. Es war eine Freude, den Beiden beim Toben und Spielen zuzusehen. Unsere Etagenwohnung in einem Altbau mitten in Köln bot viel Platz, und Klaus bastelte den Beiden Kletter- und Versteckmöglichkeiten.

Als wir in eine Wohnung mit Garten zogen, waren die Beiden nicht unglücklich; und schon nach 3 Wochen erhielten sie kontrollierten Freigang über eine Katzenklappe in den Garten. Zu der Zeit saß ich viel am Schreibtisch. Lizzy lag so gut wie immer auf meinem Schoß und sprach mit mir. Das war oft inspirierend.

Mit Carlos verstand Lizzy sich immer gut, aber als wir unsere Minou als Baby aus der Eifel holten, hat sie 3 Monate lang gezickt. Freundinnen wurden die Beiden nie, aber mit der Zeit lernten sie, miteinander auszukommen. Mit unseren Hunden verstand sich Lizzy von Anfang an gut.

Lizzy war nie krank, bis sie im Alter von 8 Jahren eine Blasenentzündung bekam, die irgendwie nicht wegzugehen schien. Außerdem begann sie ungewöhnlich viel zu trinken und zu pieseln, sie stahl trockene Brötchen aus dem Brotkasten und fraß sie, und sie war sehr unruhig. Zusätzlich wurde ihre Haut dünn, und es entstanden offene Stellen und Wunden.

Dass sie Cushing hatte, was bei Katzen wohl eher selten vorkommt, hat kein Tierarzt, den wir aufsuchten, erkannt. So vergingen Monate der Fehlbehandlung auf Flohallergie, Pilzbefall und anderes, und ihre Haut wurde immer schlimmer. Inzwischen hatten sich die offenen Stellen zu handflächengroßen Wunden entwickelt, und immer noch wusste niemand, was Sache war. In einem Katzenforum, das ich in meiner Verzweiflung besuchte, wurde mir eine Internistin empfohlen, die wir dann aufsuchten und die bei Lizzy schon auf den ersten Blick Cushing diagnostizierte, welcher durch diverse Tests bestätigt wurde, so dass eine medikamentöse Behandlung eingeleitet werden konnte. In einem Fachbeitrag habe ich die Erkrankung Cushing und deren Behandlungsmöglichkeiten beschrieben.


 

Enttäuschend war allerdings, dass diese Ärztin keinen Plan hatte, wie die Haut zu behandeln war, die mittlerweile immer weiter großflächig wund und offen war. Unsere Wundbehandlung mit verschiedenen Mitteln half immer nur kurz, bis neue Stellen sich öffneten, da die Haut komplett brüchig war. Ich nähte Bodies für Lizzy, um sie zu schützen.

Hinzu kam, dass die Medikation gegen den Cushing komplett überdosiert war, was wir natürlich nicht wussten, und Lizzy innerhalb kurzer Zeit einen Addison entwickelte, was wir natürlich auch nicht erkannten. Wie sollten wir auch als medizinische Laien!!

Ostern 2005 war es so schlimm, dass wir den Nottierarzt aufsuchten, der nicht nur keine Ahnung hatte, sondern auch noch grob wurde. Wir mussen sie unverrichteter Dinge wieder mit nach Hause nehmen und abwarten, bis unsere Haustierärztin wieder geöffnet hatte. Wir konnten Lizzy nicht länger leiden lassen und mussten sie kurz nach Ostern einschläfern lassen.

Das Gefühl, dass es eine Rettung gegeben hätte, wenn die Krankheit früher diagnostiziert worden wäre, hat mich Jahre lang nicht losgelassen, zumal ich später erfuhr, dass es durchaus Heilungsmöglichkeiten für Lizzys Haut gegeben hätte. All dieses Wenn und Aber, der Gedanke, etwas falsch gemacht und nicht alle Möglichkeiten genutzt zu haben, hat meine Trauer wohl immer wieder befeuert. Ich habe versucht, die unendliche Traurigkeit zu bewältigen, indem ich fortan andere betroffene TierhalterInnen unterstützt und später auch die Cushinghunde-Gruppe übernommen habe, die sich mit dieser Erkrankung befasst. Das ist Lizzys Erbe, damit sie nicht umsonst so früh von uns gegangen ist.

 

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