Prinzesschen Shari

Prinzesschen Shari

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Unsere Shari war eine weiße Türkisch-Angora/EKH-Mix-Katze und kam im August 2006 als Notfall aus Berlin zu uns. Ihr Brüderchen war an einer schweren neurologischen Störung erkrankt und setzte ihr so zu, dass sie in ihrem Zuhause, wo sie liebevoll mit der Flasche aufgezogen worden war und ihre ersten 4 Lebensjahre verbracht hatte, nicht bleiben konnte.


Shari als Baby in Berlin - damals hieß sie Wölkchen

Ihr Frauchen musste sie unter Tränen gehen lassen und hat dann trotzdem das Brüderchen nicht retten können. Die Strapaze von Berlin nach Köln - vorher "zwischengeparkt" bei einer Bekannten in Berlin - hatte sie ganz schön mitgenommen, so dass sie ein paar Wochen brauchte, um sich bei uns einzuleben.


Shari in Köln - voller Neugier

Das war natürlich nicht einfach. Alle die neuen Eindrücke, die vielen und fremden Geräusche und besonders das Getrappele und Gehechele von Hunden, waren für sie völlig unbekannt und machten es ihr anfangs schwer sich wohl zu fühlen. Auch der Garten war komplettes Neuland, aber schon bald siegte die Neugier und sie begann den Garten zu erkunden.


Shari guckt in Nachbars Garten

Shari kannte in ihrem alten Zuhause keine Hunde, offenbar ein Vorteil, da sie ja nie schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Da die Hunde sehr cool waren, erlebte sie sie nicht als Bedrohung, sondern vielleicht sogar als große Katzen. Jedenfalls freundete sie sich mit ihnen zuerst an.


Shari mit Bodyguards Laika und Ramos - völlig entspannt

Die Zusammenführung mit den Katzen gestaltete sich schwieriger. Die ersten drei Monate, in denen sie bei uns war, trennte eine Gittertür Shari von den anderen Tieren. Als wir Kater Carlos das erste Mal zu ihr ließen, lief das sehr freundschaftlich ab. Er liebte es, sie zu putzen, und sie genoss es. Schnell verliebte sie sich in ihn.


Shari mit Carlos

Mit Minou ging es anfangs gar nicht. Sie hat Shari leider sehr lange keine Schnitte gegönnt, aber mit der Zeit hat Shari gelernt, dass ihre neue Schwester auch nur mit "Wasser kocht". Freundinnen sind sie allerdings nie geworden.


Shari mit Minou - immer auf Distanz

Im zweiten Sommer, den sie bei uns verbrachte, mussten wir den Garten einzäunen, da sie immer neugieriger wurde. Sie genoss das Draußen-Sein und liebte es, Libellen, Fische und Frösche zu beobachten. 


Shari am Teich - Fische gucken

Sie mochte keine geschlossenen Türen, denn bei ungewohnten Geräuschen rannte sie immer schnell ins Haus, aber einmal entwich sie unbemerkt durch die vordere Eingangstür und war 6 Stunden lang verschwunden. Nachdem wir überall bei den Nachbarn geklingelt und schon Flyer mit ihrem Foto aufgehängt hatten, sahen wir sie plötzlich durch die Eingangstür, die aus Glas war, wie sie auf der Türklinke hing.


Shari hinterm Busch

Sie hatte sich wohl stundenlang in den Büschen im Vorgarten versteckt und wegen all der fremden Geräusche nicht gewagt rauszukommen.

2014 mussten wir unseren Chefkater gehen lassen, da er ein Fibrosarkom im Mäulchen bekam. Vier Jahre später verstarb auch unsere Hündin Laika, mit der Shari sich auch gut verstand.


Shari in Laika´s Körbchen - keine Berührungsängste mit Hunden

Da sie mit Minou nach wie vor nicht gut zurecht kam, war sie leider eine Zeitlang ohne Gespielin.

Und dann kam - 3 Monate nach Laikas Tod  - unsere kleine Welpenhündin Alyssa zu uns, und ab da hatte sie wieder eine Gefährtin. Alyssa war natürlich ein wilder kleiner Hund und wollte gerne mit der Omikatze spielen, aber lernte schnell, dass das nicht ging.


Alyssa 9 Wochen alt

Shari ging dann immer öfter auf die kleine Hündin zu und stuppte sie mit dem Köpfchen an. Alyssa verstand das als Aufforderung zum Schmusen. Die beiden waren allerliebst miteinander.


Shari mit Alyssa - beim Schmusen

Shari war nie länger krank, aber im höhere Alter entwickelte sie eine Schilddrüsenüberfunktion. Zweimal hatte sie auch eine Blasenentzündung, ein anderes Mal eine heftige Magen-Darm-Infektion, so dass wir beide Male den Notarzt kommen lassen mussten. In jungen Jahren brach ihr ein Schneidezahn ab, den wir von einer spezialisierten Zahntierärztin haben aufbauen lassen.


Shari auf dem Kratzbaum

In den letzten Jahren hat unser Baby kaum noch etwas gehört; sie war altersschwerhörig, denn mit ihren Ohren stimmte sonst alles. Sie fraß immer frisches Fleisch, supplementiert natürlich, denn sie mochte nichts anderes. Und in den letzten Jahren musste sie mehrmals täglich gefüttert werden, da sie nicht lange nüchtern bleiben konnte, weil sie sonst Schaum erbrach.


Shari auf dem Schreibtisch

Sie liebte Jogurt und forderte den auch täglich ein. Ihr Futterplatz war auf meinem Schreibtisch. Denn obwohl unsere Hündin Alyssa an Sharis Futter nicht dranging, solange wir da waren, konnte sie doch der Versuchung nicht widerstehen, wenn wir mal nicht da waren. Shari sprang immer zuerst auf die Fensterbank und dann von dort auf den Schreibtisch, der am Fenster steht.


Shari Yogurt schleckend

Mit über 20 Jahren konnte sie immer noch hoch springen. Auch aufs Sofa sprang sie, um geknuddelt zu werden. Überhaupt wollte sie immer geknuddelt oder gebürstet werden und kam sofort an, sobald ich mich hinsetzte.

Sharis Alter merkte man ihr in den letzten Jahren schon an, weil sie viel schlief und ab und zu etwas orientierungslos wirkte. Sie verwechselte auch oft das Körbchen mit dem Katzenklo, so dass ich immer Inkontinenzmatten ins Körbchen legen und die austauschen musste. Sie trank natürlich viel, schilddrüsenbedingt, und mit dem Fressen wurde sie immer mäkliger.

Shari frisst hier eine Wachtel

Ab Anfang September hustete sie ab und zu mal. Eine Woche später stellte sie das Fressen ein. Wir gingen mit ihr zu unserer Haustierärztin, die Shari gut kannte, und die spritzte ihr AB und Cortison. Ich musste ihr noch ein paar Tage lang AB spritzen, und danach fing sie wieder an zu fressen, allerdings immer nur kleine Häppchen.


Shari Anfang des Jahres noch in ihrem Körbchen

Sie legte sich auch in den letzten Wochen nicht mehr in ihr Körbchen, sondern bevorzugte flach auf dem Teppich zu liegen; ihre Atmung erschien mir nicht normal. Mit der Haustierärztin habe ich mehrfach telefoniert und wir waren uns einig, dass wir Shari keinesfalls einer eingehenden Diagnostik unterziehen würden. Das hätte Röntgen unter Narkose, Herzultraschall in einer Klinik (mit Wartezeiten) und andere Untersuchungen bedurft. Das alles wollten wir ihr nicht mehr zumuten.


Shari im Wäschekorb

Es ist wahrscheinlich, dass die Schilddrüse die Ursache war, die das Herz mit beeinflusst hat, evtl. auch die Atmung. Solange sie aber noch herumlief und fraß, fanden wir, dass sie noch Lebensqualität hatte. Denn sie war immer noch unterwegs, ließ sich von Alyssa abschlecken und kam zum Knuddeln zu mir.

Auf diesem Foto kann man sehen, wie sie noch zwei Wochen vor ihrem Tod auf der Terrasse ist und die Treppe hoch kommt.


Ihr letzter Ausflug

Unsere Hündin Alyssa merkte, dass es ihr nicht gut ging, Sie hat sich immer wieder neben sie gelegt und sie abgeleckt. Dieses Foto zeigt, wie Alyssa noch fünf Tage vor ihrem Tod zärtlich mit Shari umgegangen ist. Bis zum letzten Tag hat Alyssa Shari beschmust, und Shari hat es immer genossen.


Alyssa umsorgt ihre kleine Katzenomi

In den letzten Tagen wurde das mit dem Fressen schwieriger. Sie nahm nur noch kleine Bröckchen und schien nicht mehr gut schlucken zu können. Das war der Zeitpunkt, als wir beschlossen, sie gehen zu lassen. Die Tierärztin hat sie dann ganz zärtlich und liebevoll eingeschläfert, während sie gestreichelt wurde.

Sie wurde über 20 Jahre alt. Shari-Prinzessin, wir werden dich immer in unseren Herzen haben.

© Victoria Caesar - Alle Rechte vorbehalten

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